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Präsentation des Themas beim XXIInd Annual Forum of Young Legal Historians

6–8 May, 2016
Belgrade, Serbia

 

Anregungen & Hinweise

Inhaltliche Anregungen und Hinweise bitte an silvan.schenkel@juristentag-1933.de. Sollten Sie über Bildmaterial zum Juristentag 1933 verfügen, bin ich ebenfalls für eine Kontaktaufnahme dankbar.

Der Deutsche Juristentag 1933 in Leipzig

Der Aufstieg des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen und die Selbstmobilisierung der juristischen Professionselite

 Wie war es möglich, dass nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 ein grosser Teil der juristischen Professionselite nahezu übergangslos weiterarbeiten konnte?

In der im Jahr 2015 begonnenen Dissertation wird argumentiert, dass der vom 30. September bis 3. Oktober 1933 abgehaltene Deutsche Juristentag in Leipzig eine zentrale Rolle in diesem Übergangs-prozess spielte. In Leipzig wurden das kollektive Selbstverständnis der Professionselite und die Organisationsstrukturen nach der sogenannten „nationalen Revolution“ manifestiert. Die „Rechts-erneuerung“ folgte - gemäss einem Banner am Gebäude des deutschen Reichsgerichts - dem Prinzip „Durch Nationalsozialismus dem deutschen Volk das deutsche Recht“. Aufgrund der polykratischen Strukturen im NS-Staat blieb die konkrete Umsetzung dieses Prinzips jedoch vage und ermöglichte insbesondere der jungen juristischen Professionselite, ihre teils widerstreitenden Konzepte und Vorschläge zur „Rechtserneuerung“ zu präsentieren. Die alte Professionselite brachte ebenfalls ihre Vorschläge ein und versuchte das bestehende Rechtssystem vor zu starken Eingriffen zu bewahren (beispielsweise die Wahrung der richterlichen Unabhängigkeit).

Ziel der Arbeit ist die Reden zu analysieren und herauszufinden, wie sich der jeweilige Redner am Juristentag positionierte und auf welche Teile des nationalsozialistischen Ideologiekonglomerats er sich berief, um seine Konzepte zur Änderung und Neugestaltung der Rechtsordnung einzubringen. Die Rede Hitlers auf dem Juristentag ist bislang vor allem durch ein Zitat in Carl Schmitts berüchtigtem Aufsatz "Der Führer schützt das Recht" bekannt. Im Übrigen liegen zur Zeit nur kurze Paraphrasen der Rede in zeitgenössischen Zeitungen und Zeitschriften vor.

Der anschliessende Vergleich mit dem Juristentag 1936 und dem "Tag des Deutschen Rechts" 1939 (teilweise auch Juristentag 1939 genannt) soll aufzeigen, welche Redner nach 1933 noch eine Rede hielten und ob sie sich im Vergleich zu 1933 radikalisierten.

Zum Juristentag 1933 sind bislang die folgenden Werke erschienen: Peter Landau, Die deutschen Juristen und der nationalsozialistische Deutsche Juristentag in Leipzig 1933, in: Zeitschrift für neuere Rechtsgeschichte (ZNR), vol. 16 (1994), S. 373 ff.; Rainer Maria Kiesow, Der Deutsche Juristentag, Ein Charakterbild - 1860 bis 2010, in: Festschrift 150 Jahre Deutscher Juristentag, hg. v. d. Ständigen Deputation des Deutschen Juristentages durch Busse, Felix, München 2010, S. 7 ff.; Keuck, Thekla (Red.), Recht mitgestalten : 150 Jahre Deutscher Juristentag 1860 bis 2010, München 2010, S. 65 ff.

Als gedruckte Quellen stehen zur Verfügung:

- Deutscher Juristentag 1933, Ansprachen und Fachvorträge, zusammengestellt und bearbeitet von  Rudolf Schraut, Berlin 1933

- Programm zum Deutschen Juristentag 1933


 Bildergalerie zum Juristentag 1933

Während des Juristentages 1933: Infanterie Regiment 11 auf dem Dach des Reichsgerichts in Leipzig


Bildergalerie zum Juristentag 1936

Bildergalerie zum "Tag des Deutschen Rechts" 1939